Am Montag, den 4. April des Jahres 2005, gab es in der Wiener Urania eine Pressekonferenz, bei der Jörg Haider mit seiner Schwester Ursula Haubner die Gründung des Bündnis Zukunft Österreichs bekannt gab. Drei vormalige Minister, die die FPÖ gestellt hatte, drei Staatssekretäre, und 16 von 18 Nationalratsabgeordneten wechselten zum BZÖ. Strategisch beraten war Haider bei dieser Gründung von vormaligen Mitarbeitern wie Gernot Rumpold, Karl-Heinz Petritz und Stefan Petzner worden.

Heute, zehn Jahre später, hat gerade der letzte nennenswerte Vorsitzende des BZÖ, „Mini“ Grosz, das Handtuch geworfen. Insider munkeln, dass die letzten nennenswerten Gelder in der Parteikasse verbraucht sind. Gerade in Kärnten gibt es noch zwei versprengte Landtagsabgeordnete, ansonsten ist das Bündnis ebenso tot wie sein Gründer. Dafür aber lebt es in der Korruptionsberichterstattung der heimischen Gazetten und in der Arbeit der Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft: Erst jüngst hat Frau Kaufmann-Bruckberger, eine besonders prinzipienfeste Politikerin, deren Weg sie von der FPÖ über das besagte BZÖ bis hin zum Team Stronach – immerhin als niederösterreichische Landesrätin – führte, gestanden, gewaltige Summen an Schmiergeld an besagtes BZÖ abgeführt zu haben. Auch andere führende Persönlichkeiten dieses BZÖ sind bis heute im Visier der Korruptionsjäger, der eine oder andere wird demnächst den Haftantritt begehen müssen.

Damals, im April 2005, hatte Haider davon gesprochen, dass es in der FPÖ „destruktive Kräfte“ gäbe, die die Regierungsarbeit blockieren und verhindern wollten. Er spalte sich deshalb mit den „konstruktiven Kräften“ ab, um eben das BZÖ zu gründen. Dass Haider mit „konstruktiver Regierungsarbeit“ offenbar meinte, bei diversen Projekten der Republik für sich und das BZÖ möglichst viel Geld herauszuschlagen, dürfte heute als erwiesen gelten.

 

A. M.

 

 

(Bild: BZÖ/wikimedia.org)