Bislang ist Sumte im nördlichen Niedersachsen fast niemandem ein Begriff. Doch das ändert sich nun, weil in dem gerade mal 100 Einwohner zählenden Ort 1.000 sogenannte Flüchtlinge in einem ehemaligen Bürokomplex untergebracht werden sollen. Für die Bewohner Sumtes bedeuten die Pläne des Landes Niedersachsen, dass sie den Asylanten schutzlos ausgeliefert sind, weil es in dem kleinen Ort keine Polizeistation gibt.

Überhaupt ist es in Sumte um die Infrastruktur schlecht bestellt: Es gibt keinen Supermarkt, dafür aber sehr viel Landschaft. Fassungslos zeigte sich denn auch Christian Fabel. Dem Nachrichtensender N-TV sagte er: „Wir können überhaupt nicht abschätzen, was da auf uns zukommt. (…) Dass 1.000 Flüchtlinge in ein 100-Seelen-Dorf kommen sollen, kann ich nicht verstehen. Das ist eigentlich völlig unmöglich.“ Fabel gehört übrigens der CDU an und muss nun die Folgen der „Willenspolitik“ seiner Parteichefin, Bundeskanzlerin Merkel, ausbaden.

Nicht zuletzt wegen Merkels Einladung an den Nahen Osten, nach Deutschland zu kommen, sind in diesem Jahr die Asylanträge auch in Niedersachen geradezu explodiert. Waren es im vergangenen Jahr knapp 19.000, so sind es 2015 nach Angaben des Innenministeriums in Hannover bereits mehr als 75.000. Und es könnte bald schon viel mehr „Sumtes“ geben. Denn Alexander Götz, Leiter der Abteilung Kommunales des niedersächsischen Innenministeriums, sagte bei einer Bürgerversammlung in Sumte: "Wir sind an den Grenzen dessen, was wir bewältigen können und ich verstehe, dass Sie der Plan, 1.000 Flüchtlinge hier aufzunehmen, mit Sorge erfüllt. 1.000 bis 1.500 Menschen kommen Tag für Tag nach Niedersachsen, und wir müssen ihnen Zuflucht gewähren.“

 

Text: B. T.
Bild: Screenshot ndr.de