Einem aktuellen Bericht des Pew Research Center wurden 2015 in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in Norwegen und der Schweiz insgesamt 1,3 Millionen Asylanträge gestellt. Das US-amerikanische Forschungsinstitut beruft sich dabei auf Daten des EU-Statistikamtes Eurostat. Die 1,3 Millionen Asylanträge bedeuten auch einen Höchststand seit 1985, dem Beginn des untersuchten Zeitraumes. Der bisherige Höchstwert wurde mit knapp 700.000 Asylanträgen 1992, dem Jahr nach dem Zerfall der Sowjetunion, erreicht.

Aus dem Bericht des Pew-Institutes geht auch hervor, wie sehr das Asylwesen zu einem Mittel der Masseneinwanderung geworden ist: „Seit 1985 wurden in Europa rund 11,6 Millionen Asylanträge gestellt. Das bedeutet, dass die 1,3 Millionen Anträge im letzten Jahr etwa zehn Prozent aller Anträge ausmachen, die in den letzten 30 Jahren in den EU-Ländern, in Norwegen und in der Schweiz gestellt wurden.“ 11,6 Millionen Asylanträge – das ist deutliche mehr, als Österreich Einwohner hat. Oder mit 11,6 Millionen Personen ließen sich die gesamte Einwohnerschaft der Slowakei und Kroatiens zusammen austauschen.

Wenig überraschend findet sich in dem Bericht auch die Feststellung, dass Deutschland die „führende Destination“ bei sogenannten Flüchtlingen sei. Dennoch lohnt es sich, die Zahlen genau anzusehen. Demnach wurde in den späten 1980ern und in den 1990er Jahren europaweit fast die Hälfte aller Asylanträge in Deutschland gestellt. Und während der letzten 30 Jahre wurden in der Bundesrepublik 3,6 Millionen Asylanträge gestellt, das ist fast ein Drittel (32 Prozent) aller Asylanträge in Europa in diesem Zeitraum.

 

[Text: B. T.; Bild: ZZ-Archiv]