Die EU-Außengrenzen zu überwinden, stellt für illegale Einwanderer keine allzu große Hürde dar. Das bestätigt auch die EU-Kommission. Nach Angaben der Brüsseler Behörde wurden in diesem Jahr bis Ende November fast 1,5 Millionen illegale Grenzübertritte erfasst. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher sein, weil davon auszugehen ist, dass nicht alle, die illegal in die EU kommen wollen, auch erwischt werden. Welche Ausmaße die illegale Masseneinwanderung bereits angenommen hat, zeigt ein Vergleich des „Allzeithochs“ von 1,5 Millionen mit den Jahren 2009 bis 2014. In diesem Zeitraum 813.044 wurden illegale Grenzübertritte festgestellt.

Aufgrund dieser Zahlen überrascht es nicht, dass die EU-Kommission zugeben muss, dass das Schengener Abkommen das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben ist und dass die EU-Außengrenzen löchrig sind wie Schweizer Käse. So hätten sich bestehende Mechanismen als „nicht ausreichend erwiesen, um eine wirksame und vollumfassende Grenzsicherung zu garantieren“. Auch heißt es in dem Bericht der EU-Kommission, Drittstaatsangehörige seien in der Lage gewesen, „die Außengrenzen der EU illegal zu überqueren und dann ihre Reise innerhalb der EU fortzusetzen, ohne davor identifiziert, registriert und ausreichenden Sicherheitskontrollen unterzogen worden zu sein“.

Wenig überraschend sieht nun Brüssel das Schengener Abkommen infrage gestellt. Kein Wunder, unterlassen es doch Mitgliedstaaten wie Griechenland, ihre EU-Außengrenze effektiv zu schützen.

 

 

Text: A. M.
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