Ein namentlich nicht genannter Pädophiler in der Region Turkestan, der 2016 wegen an Kindern verübten Sexualverbrechen verurteilt wurde, wird der erste Kinderschänder sein, der in Kasachstan chemisch kastriert wird. Wie Medien berichten, wird der Mann unter Aufsicht des Gesundheitsministeriums eine Injektion erhalten, um die Libido zu reduzieren. Insgesamt hat das zentralasiatische Land mehr als 2.000 Injektionen zur chemischen Kastration von Kinderschändern angeschafft. Es ist also davon auszugehen, dass rund 2.000 verurteilte Sexualstraftäter dieser Maßnahme unterzogen werden.

Chemische Kastrationen von Sexualstraftätern sind in Kasachstan aufgrund eines 2016 verabschiedeten Gesetzes möglich. Damals sagte die Senatorin Byrganym Aitimowa, die Kastration, die mit einer einmaligen Injektion vorgenommen werde, sei „vorübergehend“ und sei „notwendig, um Männer von der Ausübung sexueller Gewalt abzuhalten“. In Kasachstan müssen Kinderschänder mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren rechnen. Aber diese Strafdrohung ist anscheinend noch nicht abschreckend genug. 2015 gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sich zwischen 2010 und 2014 die Zahl der Vergewaltigungen von Kindern auf fast 1.000 Fälle pro Jahr verdoppelt hat. Das dürfe wohl der Grund gewesen sein, per Gesetz die chemische Kastration von Kinderschändern zu erlauben.

Die chemische Kastration muss in Kasachstan von einem Gericht angeordnet werden. Die zwangsweise chemische Kastration von Triebtätern ist unter anderem auch in Polen sowie in einigen US-Bundesstaaten erlaubt.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/ZaldyImg/Pixeltoo; Lizenz: CC BY-SA 2.0]