Nachkommen von Holocaust-Opfern haben 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs vor einem US-Bundesgericht in Chicago eine Sammelklage gegen die größte französische Bahngesellschaft SNCF eingebracht. Sie verlangen Entschädigung für verkauftes Eigentum der in die Konzentrationslager Deportieren. Ebenso wollen sie Entschädigung, weil die deutschen Besatzungsbehörden SNCF Fahrkarten dritter Klasse bezahlten, die Deportierten aber in Viehwaggons transportiert wurden. „SNCF beteiligte sich und verschwor sich zur Beteiligung, Beihilfe und Begünstigung anderer, die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. SNCF war mitschuldig an der Durchführung eines Völkermords“, heißt es in der Sammelklage.

Im Dezember einigten sich Frankreich und die USA auf einen mit 60 Millionen Dollar dotierten Fonds zur Entschädigung der Holocaust-Opfer, die von der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF in Konzentrationslager deportiert wurden. Aber diese Summe scheint manchen Nachkommen und Anwälten, die ein gutes Geschäft wittern, zu wenig zu sein. „Das Abkommen ist ein guter erster Schritt, (…) aber zu viele Menschen bleiben mit nichts zurück“, sagte Steven Blonder von der Chicagoer Anwaltsfirma Much Shelist Denenberg Ament der Nachrichtenagentur AFP.

 

B. T.

 

 

(Bild: Dnalor 01/wikimedia.org)