Jetzt erschließt sich dem aufmerksamen Beobachter der österreichischen Innenpolitik langsam, warum SPÖ-Vorsitzender und Pizzabote a.D. Christian Kern so auffällig schweigsam war in Bezug auf Putins Besuch bei Karin Kneissls Hochzeit: Während sich der verbliebene Rest des Pilz-Truppe lautstark über die ach so hohen Sicherheitskosten ausließ – Kleinigkeiten im Vergleich zur staatlichen Parteiförderung für diese Partei –, hüllte sich die krisengeschlagene SPÖ-Prinzessin in hehrem Schweigen.

Und langsam wird klar warum: Eine Partei, die mit die Errichtung einiger „Anti-Terror-Poller“ vor dem Bundeskanzleramt 799.000 Euro „in den Beton setzt“, kann sich schwerlich über ein Wenigfaches eines diplomatischen Staatsbesuches echauffieren. Knapp 800.000 Euro Steuergeldes verbrannte die SPÖ laut Rechnungshofbericht, um das innerstädtische Palais unserer zierlichen Hofprinzessin zu befestigen. Eine kleine Umplanung schlug sich bloß mit läppischen 243.000 Euro zu Buche – nicht der Rede wert bei so vielen braven Steuerzahlern. Und wozu sich mit lästigen Vergleichsangeboten herumschlagen? Gesalzene Preise beleben die Wirtschaft!

Fragt sich bloß, welcher Terrorist es auf Kern abgesehen haben könnte? Höchstens die eigene Wählerschaft aus Simmering, die es satt hat, einen Großteil ihres hart erarbeiteten Einkommens für Bunkerbauten, Asylanten und „Hofführung“ abzuwerfen. Doch damit unterschätzt die SPÖ den Einfluss ihrer „verbliebenen“ Basis. Veränderungen gehen heutzutage – wenn schon, dann – anders von statten: in der Wahlurne, nicht auf der Straße – auch wenn das Herrn Katzian und seinen Streikgenossen noch immer nicht gedämmert ist.

Jedenfalls helfen da die volksnähesten Tricks nicht. Vielleicht fängt man mit Speck Mäuse, sicher aber nicht mit Pizzen Wähler.

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Wolfgang Sauber; Lizenz: CC BY-SA 2.0]