Es ist schon bemerkenswert, wie kurzlebig Aussagen sozialistischer Politiker sind, wenn es um die eigene Tasche geht.

Im Wahlkampf hatte der gescheiterte Bundeskanzler Kern, noch davon gesprochen, dass bei den Topgehältern eine Deckelung eingeführt werden müsse. Er hatte damals sein eigenes Gehalt als ÖBB-Generaldirektor angeführt, das viel zu hoch gewesen wäre.

Nun sind ihm die rund 8.756 Euro, die er als Nationalratsabgeordneter künftig bekommen soll, zu wenig. Er ist zwar nominell Klubobmann, lässt die Geschäfte aber von Andreas Schieder besorgen. Dieser bekommt daher auch die 14.855 Euro, die für diesen Posten vorgesehen sind.

Und genau die Differenz zu diesem Gehalt des Klubobmannes muss nun die SPÖ ihrem Obmann Kern bezahlen, obwohl er die Arbeit ja delegiert hat.

„Und wo is da mei Leistung?“, hätte der ehemalige BZÖ/FPÖ-Politiker Walter Maischberger wohl gefragt. Kern fragt nicht einmal danach. Es sei logisch, dass der Parteiobmann nicht weniger verdienen darf als sein untergebener, geschäftsführender Klubobmann hört man aus der SPÖ.

Und die hat ja Erfahrung mit solchen Praktiken. Auch Gusenbauer hielt sich einen Geschäftsführenden, nämlich Josef Cap und ließ sich die Differenz von der eigenen Partei überweisen.

Und da fragen sich noch die SPÖ-Parteistrategen, warum ihnen die Arbeiter davon laufen. Eine Politik für den kleinen Mann machen sie schon lange nicht mehr.

 

[Text: W. T.; Bild: BKA/Andy Wenzel]