Am Abend des 14. April 2016 wurde im Audimax der Uni Wien das Stück „Schutzbefohlene“ der linkslinken Schriftstellerin Elfriede Jelinek von sogenannten „Schutzbefohlenen“ – so die ÖH Wien – aufgeführt. Dass diese Aufführung als ein politisches Statement nicht nur Fürsprecher findet, war von vornherein klar: 40 identitäre Aktivisten setzten dann während der Aufführung ein klares Zeichen des Unmuts über diese verfehlte linke Willkommenskultur und unternahmen, wie sie es selbst bezeichneten, „eine ästhetische Intervention“ bei der Aufführung. Dabei nahmen die Aktivisten die Bühne in Beschlag und entrollten ein Transparent „Heuchler! Eure Dekadenz ist unser Untergang“ und schütteten Kunstblut als Symbol für die Opfer der Asylpolitik über das Banner.

„Die Aktion richtet sich nicht gegen die Asylanten auf der Bühne, sondern gegen die Heuchler im Publikum und der Politik“, sagte ein Aktivist noch vor Ort. „Sie richtete sich gegen die Politiker, die in ihren Parallelwelten leben: Frei von islamistischem Terror, Vergewaltigungen und Bevölkerungsaustausch. Elfriede Jelinek ist eine davon. Sie und ihre scheinheiligen Theaterstücke, die niemals die Opfer auf europäischer Seite zeigen, sind ein Symbol für alles, was in unserem Land falsch läuft“, so die Identitären auf ihrer Homepage über die Aktion.

Zum zweiten Mal in Folge starteten nun Mitglieder der Identitären Bewegung Aktionen gegen linke Einrichtungen bzw. Veranstaltungen. Vor wenigen Wochen wurde in Graz das „grüne“ Haus durch Aktivisten erklommen und am Dach ein Transparent „Islamisierung tötet“ entrollt (wir haben darüber berichtet). Dabei bedienen sich die Identitären linker Stilmittel und setzen stark auf Aktionismus und auch zivilen Ungehorsam, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

In Österreich ist es eigentlich nichts Neues, rechte – oder zumindest als solche eingestufte – Veranstaltungen werden ständig durch Sitzblockaden, Lärm, körperliche Gewalt usw. gestört. In den Medien werden diese gewalttätigen Aktionen der linken Stiefeltruppen zumeist als „friedliches Zeichen der Zivilgesellschaft“ abgefeiert. Erlaubt es sich dann einmal ein Betroffener, sich über den linken Stumpfsinn zu beschweren, bekommt man zu hören, dass man nicht jammern soll, denn als Rechter muss man das schon aushalten!

Aber wehe, rechte „Aktivisten“ bedienen sich der linken Praktiken, groß ist dann der Jammer: Hier sprechen die Betroffenen nicht etwa von „friedlichen Sitzblockaden“ oder „harmlose Besetzungen“, wie die Aktionen der linken Stiefeltruppen immer bezeichnet werden. Auch die Rhetorik der Medien ändert sich dann schlagartig, aus „Versammlungen der Zivilgesellschaft“ werden plötzlich „rechte Aufmärsche“, der bei den Linken so beliebte und oft geforderte „zivile Ungehorsam“ wird zu einer „Gefahr für die Demokratie“ umgemünzt.

Liest man sich die Presseaussendung der ÖH zum identären Aktionismus durch, glaubt man, dass es bei der Aufführung zu brutalen Tumulten gekommen ist, mit zahlreichen Verletzten. Und in den Medien hört man auch nur von der Fahndung nach den Identitären. Schaut man sich aber die Bilder der „ästhetischen Intervention“ im sozialen Netzwerk Facebook an (zur Facebook-Seite der Identitären Bewegung) sieht man nichts von „wilden Ausschreitungen“ im Audimax – war es vielleicht doch nur schlichter Aktivismus? Entpuppen sich die zahlreichen Anschuldigungen der Linken, wie schon vor einem Jahr die Fehlgeburt einer linken Demonstrantin durch den Polizeieinsatz, als Ente der beleidigten Linken?

[Bild: Screenshot Facebook]