Am jüngsten Partei der Alternative für Deutschland (AfD) wurde Frauke Petry mit knapp 60 Prozent der Delegiertenstimmen zu neuen Vorsitzenden gewählt, während sich der Parteigründer Bernd Lucke mit rund 40 Prozent begnügen musste. Somit hat sich der nationalkonservative Flügel gegenüber dem wirtschaftsliberalen Flügel durchgesetzt, und überhaupt verlief der Parteitag sehr turbulent. Es gab zahlreiche Missfallenskundgebungen gegenüber Lucke, und es schien, als wollten ihn manche AfD-Delegierte demütigen.

Offen ist nun, ob es tatsächlich zu einer Parteispaltung kommen wird, wie nicht wenige Beobachter glauben, muss sich erst zeigen. Fest steht hingegen, dass es nicht – wie vielfach vorhergesagt – zu einer Schwächung, sondern zu einer Stärkung der AfD kommen wird. Denn die Alternative für Deutschland hat nun die Chance, sich zu einer ernst zu nehmenden patriotisch-konservativen Kraft in der Bundesrepublik zu entwickeln und in Zukunft eine Stellung in der politischen Landschaft einzunehmen, wie es die Freiheitlichen in Österreich tun.

Und schließlich wird die neue Führung der AfD auch zu klären haben, ob sie auf europäischer Ebene nicht mit rechtsdemokratischen Parteien wie eben der FPÖ zusammenarbeiten will.

 

A. M.

 

 

(Bild: Alternative für Deutschland/wikimedia.org)