Hart ins Gericht mit der US-Politik im Nahen Osten ging der frühere afghanische Präsident Hamid Karzai in einem Gespräch mit den russischen Fernsehsender RT. So sagte er, die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) sei durch die „Ereignisse im Irak und in Syrien“ sowie durch eine Einmischung von außen in die inneren Angelegenheiten dieser Länder“ entstanden. Damit spielt er auf den Irakkrieg und die Unterstützung der von Islamisten unterwanderten syrischen Opposition durch den Westen an.

Auch die Militärintervention in Afghanistan im Zuge des sogenannten Kriegs gegen den Terror habe nicht die erwarteten Ergebnisse gebracht, sondern die Lage nur noch verschlimmert, betonte Karzai: „Unglücklicherweise litten die Afghanen schwer unter diesem Krieg gegen den Terror, und anstatt dass Terrorismus und Extremismus besiegt oder vermindert oder ausgelöscht wurden, nehmen sie ständig zu. Wir haben heute mehr Radikalismus als jemals zuvor. Wir haben mehr Extremismus als jemals zuvor.“

Außerdem kritisierte der frühere Präsident, dass die Amerikaner und „die Welt“ gewusst hätten, „dass die Heiligtümer, die Ausbildungslager und die Motivationsfaktoren für den Terrorismus außerhalb Afghanistans lagen, denn sie sagten uns immer wieder, dass sie in Pakistan waren“, die USA jedoch weiter afghanische Dörfer bombardierte.

 

B. T.

 

 

(Bild: Master Sgt. Michael O'Connor (U.S. armed forces)/wikimedia.org)