Mit sehr viel Geld will die Europäische Union die illegale Einwanderung aus Afrika bekämpfen. Beim EU-Afrika-Gipfel in der maltesischen Hauptstadt Valletta wurde die Einrichtung eines eigenen EU-Topfes beschlossen, zu dem die EU-Kommission 1,8 Milliarden Euro beisteuern will. Weitere 1,8 Milliarden Euro sollen – so der Plan – von den Mitgliedstaaten kommen. Doch die fix zugesagten 1,8 Milliarden Euro sind den Afrikaner zu wenig. „1,8 Milliarden sind nicht genug für ganz Afrika“, sagte der senegalesische Präsident Macky Sall am Rande der Verhandlungen.

Weiters wurde vereinbart, dass die afrikanischen Staaten „irreguläre Migranten“ – so lautet der politisch korrekte Begriff für illegale Einwanderer – zurücknehmen. Außerdem verpflichten sich die Staaten, mehr Informationen auszutauschen und gegen Schlepper vorzugehen. Landesgrenzen sollen besser geschützt und in vielen Ländern erst einmal eine Gesetzgebung gegen illegale Einwanderung geschaffen werden.

Die vereinbarten Maßnahmen gegen die illegale Masseneinwanderung nach Europa – sofern sie von den afrikanischen Staaten überhaupt umgesetzt werden – bedeuten aber nicht, dass für Afrikaner die Tore in die EU geschlossen werden. Im Gegenteil, die EU und die Afrikanische Union wollen die Möglichkeiten zu einer legalen Arbeitsanwerbung erweitern. Vor dem EU-Afrika-Gipfel hatte Angela Merkel angekündigt, sie wolle mit den afrikanischen Staatschefs darüber reden, wie man „junge Afrikaner legal in Deutschland aufnehmen kann“.

 

 

Text: B. T.
Bild: European Union, 2015/Fabi Tiziana