In London sorgt der seit kurzem amtierende Bürgermeister Sadiq Khan für Aufsehen. Der Moslem gab die Anweisung, mit kommendem Monat im Bereich öffentlicher Verkehrsmittel jede Werbung zu verbieten, die „ungesunde oder unrealistische Bilder von Körpern zeigt“. Anlass ist ein Plakat von „Protein World“ in der Londoner U-Bahn. Darauf wirbt eine junge Frau in Bikini für die Produkte des Herstellers von Schlankheits- und Fitnessmitteln, indem die Frage gestellt wird, ob man „bereit für eine Bikini-Figur“ sei. In einer Aussendung aus dem Büro Khans heißt es, mit dem Werbeverbot soll verhindert werden, dass „Druck in Bezug auf eine unrealistische oder ungesunde Figur“ ausgeübt werde, wovon insbesondere junge Menschen betroffen seien.

Applaus erhält Khan von verschiedenen Organisationen von Feministinnen, denen – wenn auch aus anderen Gründen – eine ähnliche Prüderie zu Eigen ist wie den Islamisten. Während die einen in Werbesujets mit leichtbekleideten hübschen Frauen einen Verstoß gegen Glaubensregeln sehen, sehen die anderen „Sexismus“ darin. Sophie Walker, Chefin der britischen Partei für die Gleichberechtigung von Frauen meint, Khan „scheint erste Schritte zur Einlösung seines Versprechens zu setzen, der erste feministische Bürger Londons zu sein“. Und vom „Self-Esteemed Team“ heißt es, kritisches Denken sei zwar besser als Verbote, aber man unterstütze Khan, weil „manipulative Werbung nicht als Meinungsfreiheit, sondern eher als gefährliche Propaganda“ anzusehen sei.

Allerdings wird auch Kritik an Khan laut, der vor seiner Zeit als Londoner Bürgermeister enge Kontakte zu Islamisten gepflegt haben soll. Auf Twitter meint ein Nutzer, Khan nutze feministische Standpunkte, „um eine Scharia-Politik zu betreiben“. Eine andere Nutzerin schreibt im Kurznachrichtendienst, Khan wolle mit dem Bikini-Verbot in der Werbung „London in eine islamische Stadt verwandeln“ und wiederum ein anderer Nutzer fragt sich, ob der mohammedanische Bürgermeister als Nächstes Schweinefleisch verbieten werden.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot theguardian.com]