Der Fraktionsvorsitzende der ÖVP im BVT-Untersuchungsausschuss, Werner Amon, ist vor allem durch eines aufgefallen: Er konnte sich über Lob freuen. Über Lob von Peter Pilz, den Neos und auch von der SPÖ, vorallem aber von den Medien des „Mainstreams“. Was auf den ersten Blick verwundert – schließlich hatte man den Eindruck, dass die Koalitionsparteien bisher jeglichen Spaltpilz peinlichst vermieden –, erklärt sich recht einfach:Es ist die alte ÖVP-Seilschaft aus den Zeiten Ernst Strassers, Mikl-Leitners und Sobotkas. Schaltstelle dieser Seilschaft im einst schwarzen Innenministerium war der damalige Kabinettschef Kloibmüller, der im Range eines Sektionschefs die „Flucht in die Privatwirtschaft“ ergriff ,als Kickl das Ministerium übernahm.

Nun ist er selbst Beschuldigter im Kriminalfall BVT, ebenso wie der mittlerweile entlassene Chef der Spionageabwehr im BVT, der ein enger Freund von Amon ist. Ein bezeichnendes Bild über die „Innigkeit“ der Kontakte von Amon, Kloibmüller und dem Spionageabwehrchef zeichnen die Protokolle der SMS-Nachrichten, die der „Krone“ zugespielt wurden. Dabei wird offensichtlich, dass Amon Informationen verlangte und auch bekam, die Gegenstand der Strafermittlungen sind. „Gibt´s was Neues in Sachen Staatsbürgerschaft?“, wollte Amon vom BVT-Mann wissen und „Hast du mit dem Kloibi geredet?“, erkundigte er sich ein anderes Mal.

„Kloibi“, also Kloibmüller, war laut dem Bericht der "Kronen Zeitung" nicht nur der Kopf des schwarzen Netzwerkes, sondern soll auch Journalisten „intensiv mit Material“ versorgt und „Vertuschungsaktionen“ betrieben haben.

Kein Wunder also, wenn sich Amon mit seinen unverhohlenen Angriffen auf Kickl auf die Seiten seiner Freunde, die Beschuldigten, schlägt. Das nicht nur wegen der alten Seilschaft, sondern weil es letzten Endes auch ihm an den Kragen gehen kann.

Das allerdings ist eine Geschichte, die den zweiten Teil des BVT-Untersuchungsausschusses im Frühjahr 2019 beschäftigen wird.

[Text: W.T.; Bild: Parlamentsdirektion/Thomas Jantzen]