Der Künstler Andre Heller ist eine der Ikonen der heimischen Linken. Kein Wunder, ist doch dieser Gutmensch ein wackerer Kämpfer gegen rechts, mobilisiert andere Staatskünstler zum „Manifest gegen Xenophobie“ und fordert auf, das „Potential von Flüchtlingen zu nützen“. Doch nun fällt ein dunkler Schatten auf Heller. Wie der Zürcher „Tagesanzeiger“ berichtet, besitzt Heller seit den 1980er Jahren Briefkastenfirmen in der Schweiz. Die Artevent AG und die Kurrent Holding AG sind an der Adresse einer Zürcher Anwaltskanzlei registriert. Heller bestätigte dem „Tagesanzeiger“, dass er der allein Berechtigte der beiden Firmen ist. Später kam noch die in Zug registrierte Admart AG hinzu, die inzwischen aber liquidiert ist.

Der „Tagesanzeiger“ weist darauf hin, dass die selbsternannte moralische Instanz die Briefkastenfirmen zum Zwecke der Steuervermeidung gründen ließ: „Heller ist international tätig, mit der Schweiz verbindet ihn jedoch nichts. Kein Wohnsitz, keine Kunstprojekte. Warum also die Firmengründungen durch einen Treuhänder?“ Wie das Blatt weiter schreibt, wies die Artevent AG für 2009 einen Gewinn von 8,2 Millionen Franken aus. Bei dieser Summe handelt es sich laut Verwaltungsrat um die kumulierten Gewinne seit der Firmengründung im Jahr 1986.

1986 war übrigens das Jahr der internationalen Anti-Waldheim-Kampagne, bei der sich auch Heller engagierte. Und die Wahl Waldheims sei auch der Grund für die Firmengründungen in der Schweiz gewesen. Wegen der damals angespannten Beziehungen zwischen Österreich und den USA hätten Vertragspartner in den USA Heller gesagt, sie wollten Verträge lieber mit einer in einem anderen Land registrierten Gesellschaft abschließen, weshalb die Firma Admart in Zug gegründet worden sei. Doch diese Darstellung widerspricht laut Gerichtsakten aus den USA den Tatsachen, wie der „Tagesanzeiger“ schreibt: „Tatsächlich schlossen die US-Partner einen Vertrag mit Hellers österreichischer Gesellschaft ab. Erst später wurde die Gesellschaft an die Admart in Zug verkauft.“

 

[Text: B. T.; Bild: Manfred Werner - Tsui cc-by-sa3.0/wikimedia.org]