Angst vor Antisemitismus

 

Immer wieder wird gewarnt, dass Europa mit zunehmendem Antisemitismus zu kämpfen hat, der aber, wie von linker Seite gern behauptet wird, keineswegs von Neo-Nazis oder rechten Parteien geschürt wird. In Frankreich beispielsweise kommt es schon seit Jahren zu einem wahren Exodus der jüdischen Bürger nach Israel, allerdings nicht aufgrund der Erfolge des „bösen“ Front National, sondern wegen der Judenfeindlichkeit muslimischer Zuwanderer.

In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ warnte nun auch der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, davor, dass der Antisemitismus durch die Einwanderung muslimischer „Flüchtlinge“ steigen könnte.

„Wenn man zwanzig oder dreißig Jahre lang mit einem israel- und judenfeindlichen Bild aufgewachsen ist, dann wird man dieses Bild nicht einfach an der deutschen Grenze aufgeben“, sagte Schuster mit Blick auf Herkunftsländer der Asylsuchenden, in denen starke antijüdische Tendenzen existieren. „Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir jedem Flüchtling nahebringen, dass in Deutschland das Grundgesetz die Lebensgrundlage aller Menschen ist und zur unserem Wertekanon die Ablehnung jeglicher Form von Antisemitismus sowie das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels dazugehören“, sagte Schuster.

Zugleich betonte er jedoch, er wolle keine Stimmung erzeugen, in der die Deutschen muslimischen Flüchtlingen mit Skepsis begegnen sollten. „Es geht auch nicht darum, eine Abneigung gegen Menschen zu schüren, die aus Gebieten kommen, wo es israelfeindliche Bilder gibt. Es geht um die Sorge, dass diese Bilder nach Deutschland transportiert werden könnten und hier zu einem Antisemitismus führen, der das Wertegefüge in eine Richtung brächte, die wir alle nicht wollen.“

 

 

Text: M. H.
Bild: freud/wikimedia.org