uf Drängen der irakischen Regierung zog die Türkei am 14. Dezember einen Teil ihrer Soldaten aus Baschika nördlich der Stadt Mossul ab. Zu Monatsbeginn verlegte Ankara 150 Soldaten und 25 Panzer in den in den Kurdengebieten im Nordirak gelegenen Stützpunkt. Offiziell begründet wurde dieser Schritt mit der Ausbildung kurdischer Peschmerga, die im Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) eingesetzt werden.
Tatsächlich dürfte es der Türkei um etwas ganz anderes gehen, nämlich um die Kontrolle über den Nordirak. So schrieb vor dem Teilabzug Aaron Stein von der Washingtoner Denkfabrik Atlantic Council, „die letzte Entwicklung erhöhte die türkische Präsenz und wird ohne Frage als Teil eines größeren Projekts zur Annexion irakischen Staatsgebietes betrachtet“. Und „von vielen wird das als ein Versuch angesehen, den irakischen Staat aufzulösen“. In diesem Zusammenhang verweist der russische Geopolitikexperte Andrej Akulow auf die engen Beziehungen zwischen Ankara und der kurdischen Regionalregierung in Nordirak seit 2013.
Die gemeinsamen Interessen beziehen sich auf den Transport von Rohöl durch die von Kirkuk über die Südtürkei zum Mittelmeerhafen Ceyhan verlaufende Rohrleitung. Darüber hinaus teilten der Ankara und der kurdische Regionalpräsident Masud Barzani „das Mißtrauen gegenüber der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, und die Demokratische Partei Kurdistans (PDK, der Barzani vorsteht, Anm.) wetteifert derzeit mit der PKK über den Bezirk Sindschar“.

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