Nach langen Diskussionen haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten beim jüngsten Gipfeltreffen auf „Anlandezentren“ für Migranten außerhalb der EU geeinigt. Was als großer Durchbruch gefeiert wird, ist im Grunde genommen aber nichts Neues, denn es handelt sich um eine Uralt-Forderung der Freiheitlichen. So forderte vor gut zehn Jahren der damalige FPÖ-EU-Abgeordnete Andreas Mölzer, dass auf EU-Ebene das australische Modell, wonach Asylanträge von Migranten außerhalb des Landes geprüft werden, umgesetzt werden soll.

Hieß es damals, das australische Modell verstoße angeblich gegen EU-Recht, Völkerrecht und Menschenrechte, so scheint nun alles anders zu sein. Denn in der Nacht haben sich Merkel, Macron und Österreichs Bundeskanzler Kurz darauf geeinigt, dass die EU in Drittstaaten „Anlandezentren“ errichten soll. Die Bezeichnung „Anlandezentren“ ist freilich nichts anderes als ein beschönigender Begriff für „Anhaltelager“. Derzeit ist noch unklar, wo diese „Anlandezentren“ errichtet werden sollen. Abzulehnen sind aber wegen der geographischen Nähe solche Einrichtungen auf dem Balkan.

Insgesamt ist darauf hinzuweisen, dass diese Asyl-Zentren kein Durchgangsort nach Europa sein dürfen. Dort unterzubringen sind (Dauer-)Asylberechtigte, damit ihnen dort der notwendige Schutz gewährt werden kann, aber keinesfalls darf die Asylgewährung in einem dieser Zentren die Eintrittskarte nach Europa sein.

[Text: A.M.; Bild: Wikipedia/DIAC Images; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)]