Erst vor wenigen Tagen trafen sich der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen und das Präsidium des Zentralrates der Juden, um sich über Themen wie den steigenden Antisemitismus und die Sicherheit jüdischer Gemeinden sowie die Altersarmut jüdischer Zuwanderer auszutauschen. Selbstverständlich wurden auch Einwanderungspolitik, Gedenkkultur, die Vermittlung der Shoa im Schulunterricht sowie Religionspolitik und die steigende Zahl von Anschlägen auf Asylbewerberunterkünfte und Fremdenfeindlichkeit in dem als vertrauensvoll und konstruktiv beschriebenem Gespräch nicht außer acht gelassen.

Dabei sollen sich die Vertreter des Zentralrats der Juden und der Grünen in dem Gespräch einig gewesen sein, dass Antisemitismus in allen Erscheinungsformen und allen gesellschaftlichen Gruppen inakzeptabel ist und die Bekämpfung von Judenfeindlichkeit Aufgabe der gesamten Gesellschaft sei. Wie das Nachrichtenportel hagalil weiter von dem Spitzengespräch berichtete, erklärten Simone Peter und Cem Özdemir von den Grünen: „Wenn in Deutschland antisemitische und rassistische Gewalttaten wieder zunehmen und rechtspopulistische Parolen auf unseren Straßen hemmungslos gerufen werden, muss uns das alarmieren und zur Tat aufrufen. Politik und Zivilgesellschaft müssen eng zusammenarbeiten, um sich dieser menschenfeindlichen Bedrohung unserer Demokratie entgegenzustellen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist für uns Grüne dabei ein zentraler Partner. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass das Einwanderungsland Deutschland friedlich, weltoffen und sicher bleibt.“

Bei diesem Versuch politisches Kleingeld zu wechseln und gegen patriotische Kräfte und Parteien Stimmung zu machen, übersahen die beiden Bundesvorsitzenden der Grünen wohl eine ebenfalls erst vor wenigen Tagen getätigte Äußerung des Präsidenten des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, der seine Glaubensgenossen davor warnte, die traditionellen jüdischen Kopfbedeckung in „Problemvierteln“ zu tragen. Dabei wurde er durchaus konkret und stellte zur Debatte, „ob es tatsächlich sinnvoll ist, sich in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Anteil, als Jude durch das Tragen der Kippa zu erkennen zu geben“, und empfahl die Benutzung einer anderen Kopfbedeckung. Kein Wunder, dass die Grünen diese Äußerung gern unter den Tisch fallen lassen wollen, sind sie doch als eifrige Multi-Kulti-Ideologen nicht unwesentlich für diese Entwicklung mitverantwortlich.

 

M. H.

 

 

(Bild: LWYang/Flickr)