Die von Russland unterstützte syrische Armee drängt im Osten des Landes den IS immer stärker zurück. Aber das dürfte den USA ein Dorn im Auge sein. So ist jedenfalls eine Aussage von Igor Konaschenko, dem Sprecher des russischen Außenministeriums, zu werten: „Wir haben wiederholt betont, dass das Haupthindernis für die vollständige Vernichtung des IS in Syrien nicht in der Kampfkraft der Terroristen liegt, sondern, dass unsere amerikanischen Kollegen sie unterstützen und mit ihnen flirten.“ Der IS hat zuletzt mehrfach die syrische Armee von Präsident Assad angegriffen. Russischen Angaben zufolge wurden die Angriffe aus dem von den USA kontrolliertem Gebiet al-Tanf nahe der syrisch-jordanischen Grenze gestartet. Zudem sollen die Islamisten dabei komplexe nachrichtendienstliche Informationen verwendet haben.

Konaschenko wies auch darauf hin, dass es einer größeren Einheit der Terroristen gelungen sei, im Euphrat-Tal die verstecken Außenposten der syrischen Armee zu umgehen. Dies sei nur möglich gewesen, weil die Extremisten die genauen Koordinaten der Stellungen der syrischen Armee hatten und diese Koordinaten seien nur durch Luftraumüberwachung und Analyse durch Spezialisten verfügbar. Auch griff der IS Posten der syrischen Armee entlang der Autobahn an, die die Städte Palmyra und Deir ez-Zor miteinander verbindet. Letztere spielt eine entscheidende Rolle für die Versorgung der Regierungstruppen im Euphrat-Tal. Das Pentagon bestreitet natürlich eine Zusammenarbeit mit den Islamo-Terroristen und bezeichnet solche Vermutungen als „grundlos“ und „nicht hilfreich“.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums äußerte darüber hinaus den Verdacht, die „schnelle Befreiung“ des Euphrat-Tales durch die syrische Armee stehe „offensichtlich im Widerspruch zu den Plänen der US-Kollegen“. Tatsächlich haben die Vereinigten Staaten kein Interesse, dass Präsident Baschar al-Assad ganz Syrien wieder unter seine Kontrolle bringt. Denn in diesem Fall würde auch Russland seinen Einfluss in der Region ausweiten – was natürlich zulasten Washingtons geht.

 

[Text: B. T.; Bild: VOA/wikimedia.org]