Er kann’s einfach nicht lassen! Und wieder „informiert“ ZIB-Mann Armin Wolf die unbedarfte Bevölkerung über den „offenen Rassismus“ der bösen FPÖ. Das trägt ihm nicht nur Jubelchöre des linken Lagers, sondern auch Schlagzeilen und Titelseiten in der heimischen Medienszene ein.

Wolf ist zwar diesbezüglich kein Einzelfall, doch das weitaus bekannteste Gesicht der linken Speerspitze des mit Zwangsgebühren finanzierten ORF. Warum aber interessiert es kaum jemanden, wenn Claudia Reiterer oder Susanne Schnabl, Nadja Bernhard oder Patricia Pawlicki ihre Meinungen zwischen den Zeilen absondern, während sich bei Wolf jedes Mal das heimische Medienspektrum regt?

Ganz einfach: Weil er fraglos der Beste ist. Kein zweiter Moderator des ORF vereint Schlagfertigkeit und Sachwissen so unzweifelhaft wie Armin Wolf. Auch trägt er die notwendige Eitelkeit und Streitlust als Voraussetzung jeder Art von Unbotmäßigkeit in sich, mit der er etwa dem sozialromantischen Sänger Herbert Grönemeyer zu Beginn des ZIB-Interviews am Mittwoch begegnete, bevor er ihm im zweiten Teil des Gespräches leider verfiel.

Zum idealen Interviewer allerdings, zum „Mann ohne Eigenschaften“, ist Wolf zu schwach. Denn er nimmt sich selbst zu wichtig. Der ideale Moderator blendet sich selbst aus. Dazu ist Wolf offenbar nicht fähig. Zwar treffen seine Fragen oft wie scharfe Pfeile in offene Wunden, allerdings lindert sich der Schmerz des Opfers sogleich durch ein angefügtes Adjektiv, das dem Objektivitätsgebot widerspricht und so dem geladenen Politiker eine gute Möglichkeit bietet, das Gespräch auf einen Nebenschauplatz umzuschiffen.

Zum Einen zerstört sich Wolf den Anschein der Seriosität durch seine ständigen Twitter-Ausfälle. Zum Anderen durch völlig unqualifizierte Wertungen, die einem objektiven Moderator nicht zustehen: Er hält das Wort „Neger“ für „unsäglich“, bezeichnet eine rechtmäßig gewählte Parlamentarierin als „islamfeindliche, rassistische Verschwörungsparanoikerin“, fragt sie, was sie im „Parlament verloren“ habe und sagt ihr offen ins Gesicht, dass ihre Meinung niemanden mehr interessiere. Oder aber er kommentiert degoutante Internet-Postings mit dem Satz „Es gibt schon schöne Trotteln!“.

So amüsant etwa die Wortgefechte mit dem von Gefälligkeitsinterviews verwöhnten Landesherren Pröll zur „Privatstiftung“ oder mit Werner Faymann zur „Inseratenaffäre“ auch gewesen sein mögen – die ständige Vermengung von Meinung und Information auf Twitter zerstört die Unangreifbarkeit des Moderators. Daher möge Wolf endlich seinen überflüssigen Twitter-Accont einstellen!

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Dieter Zirnig; Lizenz: CC BY 2.0]