In Spanien ist die Asyllobby außer sich. Der Grund ist die Entscheidung der spanischen Regierung, knapp 500 illegale Einwanderer in einem neu errichteten und noch nicht in Betrieb genommenen Gefängnis in Archidona in der Nähe von Malaga unterzubringen. Zwischen 17. und 19. November wurden an der Mittelmeerküste fast 1.000 illegale Einwanderer aufgegriffen, deren Unterbringung die Behörden angesichts voller Flüchtlingslager vor Probleme gestellt.

Daher wurde die ungewöhnliche Maßnahme zur Unterbringung im Gefängnis ergriffen, was der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido so begründet: „Wir denken, dass es besser ist, die Einwanderer in einem Zentrum mit der neuesten Technologie, mit Sanitäreinrichtungen, Duschen, Heizung, Betten, und Sportbereichen festzuhalten als sie in Lager wie in anderen Ländern zu stecken.“ Dass die illegalen Einwanderer auf Kosten der spanischen Steuerzahler großzügig untergebracht werden – im betreffenden Gefängnis gibt auch Fitness- und andere Freizeiträume – stört 22 gutmenschliche Organisationen.

In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sie von einer „unfairen Kriminalisierung von Menschen“, zudem würden „Rechte und verfassungsmäßigen Garantien“ der hauptsächlich aus Algerien stammenden illegalen Einwanderer verletzt werden. Ein „NGO“ beschwert sich darüber, dass die sogenannten Flüchtlinge nicht telefonieren können und das Gefängnispersonal die Uniformen von Strafvollzugsbeamten trägt.

Hierzulande wenig beachtet, ist in diesem Jahr die illegale Einwanderung über das Mittelmeer nach Spanien drastisch angestiegen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration wurden heuer bis 15. November 17.687 illegale Einwanderer an den spanischen Küsten aufgegriffen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 5.445 Personen gewesen.

 

[Text: B. T.; Bild: Carlos Delgado/wikimedia.org]