Wie der ÖVP-Obmann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner heute Mittag bekannt gab, will er nicht mehr. „Er wolle den Zeitpunkt seines Rücktritts selber wählen und der sei nun gekommen“, erklärte er in einem kurzfristig einberufenen Pressegespräch in der ÖVP-Zentrale.

Den letzten „Puzzlestein“ für seine bereits weit gediehene Entscheidung hätte der ORF geliefert. Die Moderation von Armin Wolf in der ZIB 2 wäre zu tief unter der Gürtellinie gewesen. Wolf hatte den Beitrag über die ÖVP mit einem Insert des Western „Django, die Totengräber warten schon“ anmoderiert.

Django war bekanntlich der Spitzname Mitterlehners und wurde bekannt als er das Amt des ÖVP-Parteichefs angetreten hatte. Die Verbitterung Mitterlehners über den ORF ist einerseits verständlich, schließlich ist der Sender immer noch öffentlich rechtlich und müsste sich, auch dem Gesetz nach, von reißerischen Aufmerksamkeit heischenden Boulevardmedien abheben. Andererseits waren auch für die ÖVP Untergriffe des Staatsfunks gegen Strache und die FPÖ niemals eines Wortes des Protests wert.

 

[Text: W. T.; Bild: ÖVP/Jakob Glaser]