An Australien sollte sich die Europäische Union ein Beispiel nehmen. Bis zu 50 vietnamesische Asylanten werden auf dem Marineschiff HMAS Choules zurück in ihre Heimat gebracht, wie die Zeitung „West Australian“ berichtete. In der Hafenstadt Vung Tau südlich von Saigon (Ho Chi Minh-Stadt) sollen sie den vietnamesischen Behörden übergeben werden. Anfang des Monats waren die Asylanten – bei denen offenbar keine politische Verfolgung vorliegt – von Schiffen des Zolls und der Marine aufgegriffen worden.

Die Rückführung der Vietnamesen findet im Rahmen der Operation „Souveräne Grenzen“ der konservativen Regierung von Premier Tony Abbott statt. Diese wurde im Herbst 2013 geschaffen, weil zwischen von 2011 auf 2012 die Zahl der illegalen Einwanderer von 4.565 auf 17.204 geradezu explodierte. Im Jänner gab der australische Einwanderungsminister Peter Dutton bekannt, dass seit Inkrafttreten von „Souveräne Grenzen“ 15 Boote mit insgesamt 429 Asylwilligen zurückgeschickt wurden.

Darüber hinaus finden regelmäßig Rückführungen von Wirtschaftsflüchtlingen statt. Und auch die Justiz unterstützt – im Gegensatz zu Europa – die konsequente Politik gegenüber illegalen Einwanderern. Im Jänner entschied das Oberste Gericht, dass der Gewahrsam von 157 tamilischen Asylanten an Bord eines Ozeanschiffes für mehr als ein Monat rechtmäßig ist.

 

B. T.

 

 

(Bild: navy.gov.au)