Zuerst schloss Kroatien seine Grenze für Serben, und daraufhin revanchierte sich Belgrad und schloss seine Grenze für Lkw und Güter aus dem Nachbarland. Diese Ereignisse zeigen, dass auf dem Balkan 20 Jahre nach dem Ende des Jugoslawien-Krieges alte Konflikte wieder aufbrechen und dass alte historische Ressentiments weiterhin fest verwurzelt sind. Kroaten gegen Serben, Serben gegen Kroaten, Serbien gegen Ungarn – die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen.

Ursache dessen ist die verfehlte Flüchtlingspolitik der Europäischen Union, die von Hilflosigkeit und dem fehlenden politischen Willen, Wirtschafts- und Armutsmigranten an der Reise nach Europa zu hindern, geprägt ist. Und mehr noch: Es wird in Brüssel anscheinend bewusst in Kauf genommen, dass die europäische Idee eines Friedensprojektes massiv gefährdet wird. So findet der sozialistische kroatische Regierungschef Zoran Milanovic nichts dabei, seinen ungarischen Amtskollegen Viktor Orbán zu beschimpfen und ihm massenhaft Flüchtlinge zu schicken.

Wie sehr die verfehlte Politik der EU das europäische Friedensprojekt bedroht, zeigt sich auch am Beispiel Griechenlands. Dort bricht alter Hass gegen die Deutschen aus, gewissermaßen als Reaktion auf die erzwungene Sparpolitik. Das griechische Volk von seinen Leiden zu befreien und Athen aus dem Euro ausscheiden zu lassen, damit das Land mit einer eigenen Währung wirtschaftlich auf die Beine kommen kann, das hingegen ist für das EU-Establishment kein Thema.

 

A. M.

 

 

(Bild: Gémes Sándor/SzomSzed/wikimedia.org)