Die deutsche Notenbank wehrt sich als eine der wenigen namhaften Institutionen weiterhin strikt gegen das von linken Ökonomen geforderte Bargeldverbot. „Eine Zurückdrängung oder Einstellung des Bargelds sei nicht sinnvoll und widerspreche auch den Wünschen der Bevölkerung“, so der Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele auf einer Veranstaltung in Stuttgart. Weiters meinte er wörtlich: „Ich möchte es hier ganz deutlich sagen: Die Deutsche Bundesbank lehnt die Forderung nach einer Abschaffung des Bargelds ebenso ab wie Restriktionen für die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen mit Bargeld“.

Wenn die Menschen nur virtuelles Geld hätten, könnten die Notenbanken leichter von den Geschäftsbanken und durch sie von den Einzelkunden Gebühren oder Zinsen für ihre Guthaben verlangen. Geld zu sparen würde sich somit nicht mehr lohnen. Man argumentiert, dass dadurch mehr und stärkere Investitionen getätigt würden. In Wirklichkeit wäre es nichts anderes als blanke Enteignung. Es würde sich noch mehr Menschen als bisher verschulden, denn das Sparen um eine größere Anschaffung zu finanzieren würde ja nicht mehr möglich sein und der Zwang auf Kredit zu kaufen dadurch steigen. Bereits heutzutage haben nicht wenige Schwierigkeiten, ihre Ausgaben zu kontrollieren. Die Abschaffung vom Bargeld würde diese Probleme verschärfen. Und natürlich würde dem Staat endgültig die lückenlose Überwachung aller Lebensbereiche ermöglicht, vom harmlosen Kaffeehausbesuch bis zum Einkauf im „Erotikshop“. Ob das jedem Recht ist, wäre zu bezweifeln, Privatsphäre war dann mal.

Wenn dann aber bei der wöchentlichen Kontrolle des Kontostandes am PC oder Smartphone, die Ehefrau ihre Überraschung für den Hochzeitstag schon vorzeitig ablesen kann, ist der Spaß dann sicher endgültig vorbei.

 

 

Text: H. W.
Bild: ZZ-Archiv