Am 14. Oktober wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Und wie es aussieht, könnte es im Freistaat zu einem politischen Erdbeben kommen, dessen Schockwellen auch Berlin treffen werden. Aktuelle Umfragen sagen der regierenden CSU einen Absturz von 48 Prozent auf 38 Prozent voraus, während die AfD mit 14 Prozent locker den Einzug in den Münchner Landtag schafft. Mit einem Debakel müsste hingegen die SPD rechnen – die Sozialdemokraten liegen nur noch bei einem Wähleranteil von zwölf Prozent.

Indessen hat die AfD Bayern ihr Wahlprogramm vorgelegt, wobei vor allem ein Punkt hervorsticht. Die Patrioten wollen endlich der Trennung von Staat und Religion zum Durchbruch verhelfen. In Punkt 1.5. wird die Einstellung der staatlichen Förderung für Religionsgemeinschaften gefordert. Dabei hat die AfD nicht nur den Islam im Auge, sondern ausdrücklich auch die christlichen Konfessionen: „Die Landesregierung Bayerns unterstützt indes seit Jahrzehnten den kirchlichen Lobbyismus zum Nachteil der bekenntnislosen bzw. andersgläubigen Steuerzahler. So finanziert der Freistaat vor allem Ausbildung, Besoldung und Versorgung von Geistlichen der Amtskirchen.“

Mit ein Grund für die in Bayern auf den ersten Blick eigenartig anmutende Forderung der AfD ist sind offenkundig die linkslinken Umtriebe in den christlichen Amtskirchen. So wird im Wahlprogramm der AfD auf den „befremdenden Umstand“ hingewiesen, dass Kirchenmitglieder an der Basis die „wachsende Distanz der Kirche zu ihren Anhängern beklagen“. Die katholische und die evangelische Kirche verfolgen in der Asyl- und Einwanderungspolitik einen Kurs der „Fernstenliebe“ und der politisch korrekten Gutmenschlichkeit, was zahllose Gläubige verärgert.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Chabe01; Lizenz: CC BY-SA 4.0]