Allmählich scheint sich in der bundesdeutschen Politik herumzusprechen, dass mit einer uneingeschränkten Willkommenskultur kein Blumentopf und schon gar nicht Wahlen zu gewinnen sind. Deshalb gilt es dem Bürger trotz der anhaltenden Zuwanderung sogenannter Flüchtlinge Beruhigungspillen zu verabreichen und Härte zu demonstrieren.

Wie nun die „Welt“ berichtete, sind die Zahlen für Asylanten aus Russland stark im steigen. Im April waren Flüchtlinge mit Herkunftsland Russland bereits auf dem fünften Platz. Dabei handelt es sich allerdings zu fast 90 Prozent um Tschetschenen, die über Polen in die BRD einreisen.

Ungewöhnlich sind jedoch die Reaktionen deutscher Politiker und Behörden in diesem Fall. Nicht nur, dass Sicherheitsbehörden befürchten, es handele sich bei einigen Tschetschenen womöglich um radikale Salafisten, vielmehr wird auch zugegeben, dass Personen aus jener Region in der Vergangenheit regelmäßig als „gewalttätig“ und „aggressiv“ in Flüchtlingsunterkünften aufgefallen seien.

Interessanterweise fordert in diesem Zusammenhang der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröde,r von der Willkommenspartei CDU die Dublin-Verordnung konsequent anzuwenden und die Asylbewerber aus Tschetschenien nach Polen zurückzuführen.

Gründe für die erhöhte Zuwanderung aus Tschetschenien sind derzeit weder der Bundesregierung noch der Polizei bekannt, da, wie es heißt, „sich die Situation in der Russischen Föderation nicht gravierend verschlechtert“ habe. Allerdings werden die Politik und das Vorgehen gegen die Opposition durch den russlandfreundlichen tschetschenischen Machthaber Kadyrow ins Treffen geführt, so dass viele Menschen und auch radikale Muslime und gemäßigte Salafisten fliehen, weil „sie haben das Gefühl, dass sie in Europa als gläubige Muslime ein leichteres Leben führen können als in Tschetschenien“.

Aber auch einen anderen Verdacht äußerten die deutschen Sicherheitsbehörden gegenüber der „Welt“. Schuld sei demnach der Gottseibeiuns der westlichen Welt, Wladimir Putin, denn Russland „wolle hierzulande im Zuge der Flüchtlingskrise Unruhe auslösen“. Russland habe die „Tschetschenien-Tür“ erneut geöffnet, um seine Macht zu demonstrieren, vermuten die Behörden. Als hätte man den „Ruf“, welchen Merkel voriges Jahr in alle Welt gesandt hat, nicht auch im Nordkaukasus vernommen.

 

[Text: M. H.; Bild: Artem Rusakovich/wikimedia.org]