Bis Ende Juni wollen die Gruppe der P5+1 (Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschland) und der Iran die Einzelheiten über ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Atomstreits mit Teheran klären. Derweil lässt der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nichts unversucht, um eine Einigung zu torpedieren. So wirft Netanjahu dem Iran weiterhin vor, eine Atomwaffe bauen zu wollen und meint, ein internationales Abkommen mit dem Iran würde wegen der damit verbundenen Lockerung bzw. Aufhebung der Wirtschaftssanktionen „Milliarden von Dollar in die Kassen des Iran spülen, damit er seine Aggression im Nahen Osten und entlang Israels Grenzen fortsetzen kann“.

Richtig weltfremd wurde Netanjahu, als er nun bei einem Treffen mit dem US-Senator Bill Cassidy meinte, die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) sei im Vergleich zum Iran das geringere Übel: „Wenn der Iran, ein herausragender terroristischer Staat unserer Zeit, einmal Atomwaffen erwirbt, wird er tausendmal gefährlicher und zerstörerischer sein als der IS.“ Im benachbarten Syrien sind die IS-Mörderbanden, wie die Einnahme der Stadt Palmyra zeigt, auf dem Vormarsch. Sollte es dem IS, gelingen, sein Herrschaftsgebiet bis an die israelische Grenze auszuweiten, dann hätte Israel ein gewaltiges Sicherheitsproblem.

 

B. T.

 

 

(Bild: US State Dept./wikimedia.org)