Die USA beginnen mit der Stationierung neuer Atomwaffen in der Bundesrepublik Deutschland. Wie das ZDF-Magazin „Frontal 21“ berichtet sollen im Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel im Bundesland Rheinland-Pfalz neue taktische Atomwaffen vom Typ B 61-12 gelagert werden. Die neuen US-Atombomben sind wesentlich zielgenauer als die bisherigen Atomwaffen, die in Büchel lagern, und sollen im Kriegsfall im Rahmen der NATO-Strategie der „Nuklearen Teilhabe“ von deutschen Tornado-Piloten geflogen werden.

An den neuen US-Atombomben gibt es Kritik, weil sie die „Grenzen zwischen taktischen und strategischen Atomwaffen verwischen“, wie Hans Kristensen vom Nuclear Information Projects (Atomic Scientists) in Washington im ZDF erklärt. Kritik kommt auch aus Russland: Moskau ist laut Maria Sacharowa, der Sprecherin des russischen Außenministeriums, beunruhigt, dass „Staaten, die eigentlich keine Atomwaffen besitzen, den Einsatz dieser Waffen üben, und zwar im Rahmen der NATO-Praxis der Nuklearen Teilhabe“. Für Russland stellt das, wie Sacharowa betont, eine Verletzung der Artikel 1 und 2 des Vertrags über die Nichtverbreitung von Atomwaffen dar.

Die Stationierung der neuen Atomwaffen in der BRD ist im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise zu sehen und stellt eine weitere Provokation Russlands dar. Die Zustimmung Berlins dazu zeigt zudem, wie sehr die Bundesrepublik am Gängelband der USA hängt. So lehnen Kanada und Griechenland die Teilnahme an der „Nuklearen Teilhabe“ ab. Und dass der Bundestag 2009 beschlossen hat, dass die USA ihre Atomwaffen abziehen sollen, scheint Bundeskanzlerin Merkel nicht sonderlich zu kümmern.

 

B. T.

 

 

(Bild: Buroli/wikimedia.org)