Am Rande des letzten EU-Gipfels in Tallinn ließ SPÖ-Chef und Bundeskanzler Christian Kern mit der Bemerkung aufhorchen, im Kreise seiner EU-Amtskollegen bestehe „reihum“ die Sorge wegen einer möglichen Regierungsbeteiligung der FPÖ, weil die Freiheitlichen angeblich „krass antieuropäisch“ seien. Diese Äußerungen Kern rufen böse Erinnerungen wach. So weist FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl völlig zu Recht auf das „alte Schema der sozialistischen Angstmache in Europa hin“ und ist überzeugt, dass die SPÖ „bereits jetzt neue EU-Sanktionen bestellt“.

Jedenfalls erinnern wir uns noch allzu gut, was Ende 1999, Anfang 2000 geschah. Die SPÖ wurde bei der Nationalratswahl im Oktober 1999 zwar Erste, die Regierung Anfang Februar 2000 bildeten aber Schwarz und Blau. Dass die SPÖ nach 30 Jahren nicht mehr den Bundeskanzler stellte, war in den Augen der Genossen ein unglaublicher Affront. Folglich ging die SPÖ – maßgeblich unterstützt vom damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil – ins Ausland und bettelte nach den EU-Sanktionen. Und dieser Bitte kamen die „europäischen Partner“ gerne nach, galt es doch, an einer aufstrebenden rechtsdemokratisch-patriotischen Partei ein Exempel zu statuieren.

Wie die SPÖ reagiert, wenn sie nicht das bekommt, was ihr angeblich zusteht, zeigte sich eindrucksvoll auch 1986, als bei der Bundespräsidentenwahl der ÖVP-Kandidat Kurt Waldheim klar vor dem SPÖ-Bewerber Kurt Steyrer lag. Aus dem Umfeld von SPÖ-Bundeskanzler Fred Sinowatz wurde über die Sozialistische Internationale und New York eine Kampagne gegen Österreich initiiert. Das Ergebnis ist bekannt: Einen Bundespräsidenten Waldheim konnten die Genossen nicht verhindern, aber dafür haben sie unserem Land großen Schaden zugefügt.

 

[Text: A. M.; Bild: Manfred Werner/wikimedia.org]