Raimundgasse in Graz: Im Objekt der Diözese Graz wird von der Caritas alsbald ein Asylanten-Männerwohnheim für 45 Personen betrieben. Zwei abgewohnte mehrstöckige Häuserblöcke in einem der besseren Grazer Stadt-Bezirke (Herz-Jesu-Viertel im Bezirk Leonhard) werden, bevor der Umbau zu einer Anlage „mit leistbaren Wohnungen“ erfolgen kann, zwischenzeitlich von einem Betreiber, der für die Grundversorgung der Flüchtlinge recht ordentliche Zahlungen aus Steuermitteln bekommt, als Asylantenwohnheim „verwertet“.

Die besondere Pikanterie bei diesem Objekt in der Grazer Raimundgasse? Eigentümer der Immobilie ist die Diözese Graz-Seckau, Betreiber des Flüchtlingsheimes ist die Caritas, und der Politiker, der dazu sein Okay gegeben hat, ist der ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl!

Ach ja, der Bezirk wurde auch informiert. In einer Informationsveranstaltungen kurz vor der „Belegung“ des Wohnhauses mit Asylanten wurden allerdings die Sorgen der Anrainer von Vertretern der Diözese sogleich wegmoralisiert: „Hilfe ist für uns ein biblischer Auftrag“, meinte der Wirtschaftsdirektor der Diözese zu beunruhigten Stimmen aus dem Publikum. Beunruhigend wurde von den Bürgern vor allem aufgenommen, dass in diesem Caritas-Flüchtlingsheim ausschließlich junge Männer einziehen werden. Bis zu 45 Männer aus Afghanistan, Pakistan, Tschetschenien, und Syrien sind angekündigt.

Natürlich ist dieses Männer-Asylwerberheim der Caritas abgesprochen mit dem Grazer Bürgermeister. Das ist jener ÖVP-Politiker, der noch vor knapp drei Wochen auf ORF-Steiermark zur aktuellen Flüchtlingskrise mit dem kräftigen Sager zitiert wurde: „Frauen, Kindern und alleine flüchtenden Jugendlichen soll weiterhin geholfen werden, den Männern müssen wir aber klar zu verstehen geben, dass für sie hier kein Platz ist“, da der Steiermark „ansonsten die völlige Überforderung“ drohe, so Bürgermeister Nagl.

 

 

Bild: Ernst Brandl