2001, nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September, rief der damalige US-Präsident George W. Bush den „Krieg gegen den Terror“ aus. Heute, 17 Jahre später, dauert dieser Krieg, der die US-Steuerzahler mittlerweile fast sechs Billionen Dollar gekostet hat, immer noch an. Aber die „Erfolge“ lassen zu wünschen übrig, wie eine Studie der Washingtoner Denkfabrik „Center for Strategic and International Studies“ ergeben hat. Schließlich gibt es der Studie zufolge derzeit weltweit rund 230.000 Dschihadisten, und die „geschätzte Zahl der Kämpfer im Jahr 2018 ist um 270 Prozent höher als 2001, als sich die 9/11-Anschläge ereigneten“. Wenig überraschend gibt es besonders viele Dschihadisten in Syrien, Afghanistan, Pakistan und im Irak.

Dass sich in den letzten 17 Jahren die Zahl der Dschihadisten fast verdreifacht hat, ist vor allem der aggressiven US-Außenpolitik zuzuschreiben. So merkt das „Center for Strategic and International Studies“ an, dass beispielsweise im Irak die auf den Sturz von Saddam Hussein folgende Entrechtung der sunnitischen Araber „eine der wichtigsten Ursachen für Instabilität und eine wichtige Rekrutierungsquelle für den Islamischen Staat war“. Militärische Bemühungen zur Vernichtung des IS hätten hingegen nur wenig zur Beseitigung lokaler Missstände wie dem Ärger über den schleppenden Wiederaufbau oder die Präsenz schiitischer Miliz in sunnitischen Siedlungsgebieten beigetragen.

Ausdrücklich erwähnt wird auch Libyen, das 2011 durch NATO-Bomben zu einem sogenannten gescheiterten Staat wurde. Zudem gab es in um dieses Jahr herum eine bedeutende Zunahme dschihadistischer Gruppen, von denen die meisten im Nahen Osten und in Afrika in Ländern wie Libyen und Syrien, die vom sogenannten Arabischen Frühling betroffen waren, auftauchten. Die Aufstände, die auch von den USA unterstützt wurden, schwächten die jeweiligen Gruppen, was sich Islamisten zunutze machten.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/VOA; Lizenz: gemeinfrei]