Mit der Überschrift „Bildungsreform ist pädagogischer Irrwitz“ berichtete am 27. Juni 2017 der „Kurier“: „Große Unmut über die geplante Bildungsreform der Regierung eint derzeit Eltern, Schüler, Lehrer und Direktoren der heimischen Gymnasien. Ihre Vertreter wollen, dass im Parlament diese Woche ohne Klubzwang abgestimmt wird.“ FPÖ-Schulsprecher NR Wendelin Mölzer und seine Kollegen bekamen sehr viele, geradezu verzweifelte, Anrufe, SMS sowie Emails von den oben Genannten, mit Vorschlägen, wie man die Zweidrittelmehrheit im Nationalrat vielleicht doch noch verhindern könne. Man bat die FPÖ daher auch, eine geheime Abstimmung zu beantragen. Da dafür keine Mehrheit im Nationalrat zu erwarten war, entschloss sich diese, eine namentliche Abstimmung zu verlangen.

Dafür genügten schon die Unterschriften von 20 FPÖ-Abgeordneten. Der Unmut über eine Abstimmung zur „Schulreform“ war jedenfalls noch nie so groß wie diesmal. So ärgerte sich der Vorsitzende des Bundeselternverbandes an den BHS, Gernot Schreyer: „Mit dem Bildungspaket wurde kein einziges Problem gelöst“. 40.000 Schüler der AHS-Unterstufe säßen bereits in Klassen mit mehr als 25 Schülern. Dazu sei ergänzt, dass die Klassenschülerhöchstzahl 25 schon bisher nur eine Richtgröße ist. Bei dringendem Bedarf kann sie nämlich um bis zu 20 Prozent überschritten werden, also auf bis zu 30 Schüler! In den BHS und der AHS-Oberstufe sind sogar Klassengrößen von bis zu 36 Schülern möglich! Als „pädagogischen Irrwitz“ bezeichnete Gerlinde Bernhard, von der Lehrergewerkschaft der BHS, die Möglichkeit, „durch die Aufhebung von Eröffnungs- und Teilungszahlen noch mehr Kinder in die Klassen zu stopfen.“

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[Bild: Tulane Public Relations/Flickr]