Man kann dem Kabarettisten Alfred Dorfer gewiss nicht vorwerfen ein Gegner der „political correctness“ zu sein. Nun nimmt er in einem ORF-Interview allerdings Stellung gegen die Auswüchse des „Genderns“. Als promovierten Theaterwissenschaftler ist ihm verständlicherweise die deutsche Sprache ein wichtiges Anliegen.

Und da sticht ihm die Unsitte übereifriger Gender-Fanatiker ins Auge: „Durch das Binnen-I wird die Qualität der deutschen Sprache untergraben. Die geschriebene und gesprochene Sprache verliert an Intensität. Das heißt, wenn das Binnen-I gesprochen wird, schafft das eine Irritation. Die klingt für mich ein bisschen nach verständlicher Schadenfreude. Das führt aber nicht zum Ziel, dadurch wird niemand ins Boot geholt. In geschriebenen Texten verwende ich es nicht, weil ich es einfach schiarch finde. Aber wir wissen, dass dieser Zug bereits abgefahren ist. Sogar Ministerien bringen solche Binnen-I-Orgien heraus.“

Damit aber nicht genug. Auch der Versuch historische Texte dem Gender-Wahn und der „political correctness“ zu unterwerfen, treffen auf Missbilligung Dorfers: „Das heißt einfach, dass wir versuchen, die Geschichte nachzubearbeiten. Wir sollten aber, wenn wir historische Texte lesen oder vorlesen, darauf hinweisen, dass sich hier eine etymologische Veränderung zeigt. Dass man also zum Beispiel nicht mehr „Weib“ sagt, weil das heute abfällig ist, früher aber war das ganz normal. Ich bin aber nicht dafür, dass man in alte Texte eingreift und Seltsamkeiten hineinschreibt."

Mit diesen Standpunkten wird sich Dorfer bei den unduldsamen Verfechtern der zeitgeistigen Fehlentwicklungen nicht gerade beliebt machen, am Ende des Tages aber kann er sich der Überzeugung gewiss sein, sich trotz seiner bemühten Angepasstheit nicht gänzlich in die Irre geführt haben zu lassen.

 

[Text: W. T.; Bild: Manfred Werner/wikimedia.org]