Während in Washington eine regelrechte Hysterie wegen einer angeblichen russischen Einmischung in die letzten Präsidentenwahlen herrscht, nehmen die USA geradezu selbstverständlich das Recht für sich in Anspruch, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Und dabei arbeiten sie mit zweifelhaften Organisationen wie den Open Society Foundations (Stiftungen für eine offene Gesellschaft) des Währungsspekulanten George Soros zusammen. Besonders betroffen von dieser Praxis ist der kleine Balkanstaat Mazedonien.

So schrieb im Jänner Mike Lee, ein republikanischer Senator aus Utah, an Jess Baily, dem US-Botschafter in Mazedonien: „Ich habe glaubwürdige Berichte erhalten, dass sich die US-Botschaft in Mazedonien in den vergangenen Jahren sowohl aktiv in die Parteipolitik in Mazedonien eingemischt als auch in die Gestaltung der medialen Umwelt und der Zivilgesellschaft eingemischt und dabei oft Gruppen einer politischen Überzeugung gegenüber anderen bevorzugt hat.“ In einem mit
14. März 2017 datierten Brief an den neuen Außenminister Rex Tillerson wurden Lee und fünf weitere Senatoren konkreter: Darin ist nicht mehr von „glaubwürdigen Berichten“ die Rede, sondern von „beunruhigenden Aktivitäten in Mazedonien“, weil die dem Außenministerium unterstehende Entwicklungshilfebehörde USAID Einrichtungen der Open Society Foundations finanziell unterstützt.

Insbesondere wird kritisiert, dass die Open Society Foundation Macedonia (FOSM) mit dem Geld der US-Steuerzahler „die politische Linke stärkte“. Zwar sind die sechs Senatoren nicht grundsätzlich gegen eine US-Einmischung im Ausland, jedoch sollte die Auslandshilfe „nur dann für die Förderung politischer Absichten verwendet werden, wenn es der Sicherung der Wirtschaftsinteressen unseres Landes dienlich ist“. Zudem müsse bei einem solchen Unternehmen „vorsichtig und respektvoll“ vorgegangen werden.

Die ehemalige jugoslawische Republik wurde bald nach ihrer Unabhängigkeit von USAID unterstützt. Und das mit Erfolg, wie William Marshall am 7. April von der konservativen Stiftung Judicial Watch in der Zeitschrift „American Thinker“ schrieb: „Mazedonien erreichte viel von seinem ständigen Wachstum und seinem Wandel hin zu einem marktwirtschaftlichen, unternehmerfreundlichen, prowestlichen Land durch nicht-ideologische US-Unterstützung durch USAID.“ Das änderte sich allerdings 2012, nachdem Barack Obama und George Soros die Bühne betreten hatten. Fortan wurden „ideologische Zielsetzungen“ verfolgt.

 

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[Bild: Niccolò Caranti/wikimedia.org]