Recht hat Tony Abbott, der konservative Premier Australiens, wenn er der EU nach dem Vorbild seines Landes eine konsequente Asyl- und Einwanderungspolitik empfiehlt. Schließlich es Australien in den letzten anderthalb Jahren gelungen, im Rahmen der Operation „Souveräne Grenzen“, der illegalen Massenzuwanderung über das Meer einen Riegel vorzuschieben. So werden die Asylanträge bereits auf australischen Marineschiffen geprüft, und wenn keine politische Verfolgung besteht, werden die Betreffenden in ihre Heimatländer repatriiert. Nicht sofort zurückgeschickte illegale Einwanderer werden in Aufnahmelager im kleinen Inselstaat Nauru und in Papua-Neuguinea gebracht.

Das Wichtigste bei „Souveräne Grenzen“ ist wohl: Es gab in den letzten 18 Monaten keinen einzigen illegalen Einwanderer, der auf See zu Tode kam. 2013, als noch etwa 300 Boote mit rund 20.000 Personen aus dem Ausland kamen, war es noch anders, wie Abbot erklärt: „Wir wissen von 1.200 Menschen – Männer, Frauen und Kinder –, die im Meer gestorben sind.“

Die EU ist gut beraten, sich an Australien ein Beispiel zu nehmen, zumal die internationalen Gewässer vor der nordafrikanischen Küste wesentlich einfacher zu überwachen sind als der indonesische Archipel. Und wie Australien mit Nauru und Papua-Neuguinea Abkommen zur Errichtung von Aufnahmelagern geschlossen hat, müsste die EU gleiches mit nordafrikanischen Staaten tun.

 

A. M.

 

 

(Bild: DIAC images/Flickr)