Die „Hamburger Morgenpost“ ist auf die Kindertagesstätte (Kita) „Rabenhorst“ im noblem Stadtteil Wellingsbüttel nicht gut zu sprechen. In einem Bericht des Boulevardblattes ist sogar von „Hamburgs asozialen Eltern“ die Rede. Der Grund: Die Kita hat einen geringen Ausländeranteil und will das auch so belassen. In einer Broschüre heißt es zum Einzugsgebiet der Eltern, in Hamburg-Wellingsbüttel sei die finanzielle Situation der Eltern als gut oder sogar sehr gut einzuschätzen. Bei den Eltern der Kleinen seien Selbständige wie Rechtsanwälte oder Ärzte überdurchschnittlich häufig vertreten und viele Familien lebten in eigenen Häusern, Reihenhäusern oder Villen.

Auch gibt es im „Rabenhorst“ offenbar keine Schwierigkeiten mit Migrantenkindern wie in anderen Kindergärten in Hamburg: „Die Kinder sind ihrem Alter entsprechend sprachlich gut entwickelt und bedürfen in der Regel keiner besonderen Förderung.“ Als Illustration ist ein blondhaariger, blauäugiger Bub mit dem Namen „Finn“ zu sehen.

Weil man unter sich bleiben will und anscheinend wenig von der multikulturellen „Bereicherung“ hält, gerät die „Hamburger Morgenpost“ in Rage. „Man kann über die Formulierung der Kita entgeistert den Kopf schütteln. Man kann aber auch dankbar sein über so viel Offenheit. Denn hier handelt es sich ja nicht um eine individuelle Entgleisung, sondern um eine Geisteshaltung, die ein großer Teil der Hamburger Elite seit jeher pflegt. (…) Flüchtlingsheime werden weggeklagt, Sozialwohnungsbau verhindert, Ärmere und Migranten so ausgegrenzt. (…) Für dieses Verhalten gibt es ein Wort: asozial.“ Offen bleibt, ob der Verfasser dieser Schimpforgie seine Kinder – sofern er welche hat – in eine Betreuungseinrichtung mit hohem Migrantenanteil steckt.

[Text: B.T.; Bild: Ausschnitt Broschüre]