Bei der ORF-„Pressestunde“ meinte Georg Kapsch Präsident der Industriellenvereinigung, die EU sei in der Lage, fünf Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, „vorausgesetzt man verteilt sie richtig“. Zudem sprach er sich gegen eine Begrenzung des Zuzugs ausländischer Arbeitskräfte nach Österreich aus, weil man „nicht an dieser Grundfreiheit der EU rütteln darf“. Dass der heimische Arbeitsmarkt gerade wegen des Zustroms von Arbeitskräften aus den östlichen EU-Staaten zunehmend unter Druck gerät, ist für Kapsch anscheinend kein Problem.

Die Aussagen Kapschs zeigen, dass es Industrie und Kapital vorrangig um möglichst viele Billigarbeitskräfte geht. Die mit der Masseneinwanderung verbundenen Folgen für Kultur und Identität, dass sich die ethnische Zusammensetzung unseres Landes unübersehbar zu verändern beginnt, spielen offenbar keine Rolle. Ebensowenig, dass mit der ungebremsten Zuwanderung eine gefährliche Spirale des Lohndumpings in Gang gesetzt wird, von welcher das Großkapital profitiert.

Und wenn der Präsident der Industriellenvereinigung kein Problem darin sieht, fünf Millionen sogenannter „Flüchtlinge“ in Europa anzusiedeln, stellt sich die Frage, ob damit nicht ein neues Sub-Proletariat geschaffen werden soll. Oder zumindest eine Millionen Menschen umfassende Reserve an potentiellen Billigarbeitskräften, um bei Lohnverhandlungen Druck auf die Arbeitnehmer auszuüben, die sich im ihre Arbeitsplätze sorgen.

 

[Text: B. T.; Bild: Günther Peroutka/IV]