Die Ermordung der Labour-Abgeordneten Helen Joanne „Jo“ Cox wenige Tage vor der Volksabstimmung über den Brexit gab dem Pro-EU-Lager deutlichen Aufwind. Lagen vor dem Attentat die Brexit-Befürworter in Umfragen voran, so änderte sich das mit der Bluttat schlagartig: Nun lag das „Stay in“-Lager zwei bis drei Prozentpunkte vor dem „Leave“-Lager.

Erschossen wurde die 42-jährige linke Politikerin von Thomas Mair. Der 52-Jährige soll er bei seiner ersten Gerichtsanhörung „Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien“ gerufen und Kontakte zu „Rechtsextremen“ gepflegt haben. Cox, Mutter von zwei Kindern und deklarierte Befürworterin der EU-Mitgliedschaft Großbritanniens, war während ihrer beruflichen Laufbahn unter anderem für die Bill & Melinda Gates Foundation, eine gutmenschlich-globalistische NGO, tätig. Der Gegensatz zwischen Täter und Opfer könnte also nicht größer sein.

Mair wird von britischen Medien als Einzeltäter beschrieben, womit Parallelen zum österreichischen Briefbomber Franz Fuchs sowie zum Kennedy Attentäter Lee Harvey Oswald auftauchen. Sowohl bei Fuchs als auch bei Oswald – beide gelten offiziell aus „Einzeltäter – gibt es Indizien, dass ihre Taten von Geheimdiensten gelenkt wurden. Im Falle von Franz Fuchs hätte wegen des rasanten Aufstiegs der Haider-FPÖ ein „rechtsextremes“ Bedrohungsszenario aufgebaut werden sollen, Oswald sei ein Werkszeug der CIA und des militärisch-industriellen Komplexes der USA gewesen, weil Kennedy angeblich für 1965 einen Rückzug aus Vietnam erwog, lauten Vermutungen.

Wie dem auch sei: Weil mit der Ermordung von Cox die Brexit-Befürworter unter Druck kamen, war an den europäischen Börsen ein „Kursfeuerwerk“ zu verzeichnen, wie den Wirtschafts-Schlagzeilen zu entnehmen ist. Multinationale Konzerne, Finanzindustrie, aber auch die USA sprachen sich wiederholt für den Verbleib Großbritanniens in der EU aus.

 

[Text: B. T.; Bild: Carry Knight/wikimedia.org]