Nachdem sich der IS im Niedergang befindet, fürchten die Behörden in London die Rückkehr von Dschihadisten mit britischem Pass. Bekanntlich verübten im Vereinigten Königreich bereits mehrfach Islamisten – die meisten waren britische Staatsangehörige – Terroranschläge. Wie nun die „Sunday Times“ berichtete, wurde nun mehr als 150 Dschihadisten und „anderen Kriminellen“ die britische Staatsbürgerschaft aberkannt.

„Es sind schrecklich viele Leute, die nie wieder heimkehren werden. Unsere Präferenz Nr. 1 ist, sie vor Gericht zu bringen. Wenn wir glauben, dass das nicht möglich ist, wenden wir Störtechniken an“, sagte eine namentlich nicht genannte Quelle der Zeitung. Mit den sogenannten „Entzugs-Anordnungen“ soll nun die Reisefreiheit der selbsternannten „Gotteskrieger“ erheblich eingeschränkt werden. „Wir haben für das Risiko vorgesorgt, das von britischen Heimkehrern ausgeht, wenn der IS im Irak und in Syrien besiegt ist und wir verwenden eine ganze Reihe von Mitteln um diese Gefahr zu verhindern und zu minimieren“, wird der britische Sicherheitsminister Ben Wallace zitiert.

Tatsächlich hat Großbritannien ein gewaltiges Problem mit Islamisten. Wie die „Times“ Ende Mai unter Berufung auf Regierungskreise schrieb, leben rund 23.000 Islamisten im Land, die von den Nachrichtendiensten als potenzielle Terroristen ausgemacht wurden. Rund 3.000 von ihnen stehen unter Beobachtung, weil sie als mögliche Gefahr für die Sicherheit gelten. Das britische Islamistenproblem ist übrigens hausgemacht. Über Jahrzehnte wanderten hunderttausende Personen aus islamischen Ländern ein, und im Namen einer falschverstandenen Toleranz mussten sie in Großbritannien nicht die Sitten und Gebräuche ihrer Heimatländer aufgeben.

 

[Text: B. T.; Bild: wikimedia.org]