Auch wenn sich die Schotten im vergangenen September gegen die Unabhängigkeit von Großbritannien ausgesprochen haben, ist die Schottische Nationalpartei (SNP) weiter im Aufwind. Wie die Zeitung „Guardian“ berichtet, liegt die SNP in Umfragen für die am 7. Mai stattfindenden Unterhauswahlen mit einem Vorsprung von 28 Punkten klar vor der Labour-Partei. Wegen des im Vereinigten Königreiches geltenden Mehrheitswahlrechts fällt der Vorsprung der schottischen Nationalisten in Sitzen noch deutlicher aus: Fänden jetzt Wahlen statt, würde die SNP 55 Vertreter nach Westminster entsenden. Bei der letzten Unterhauswahl 2010 waren es sechs Mandate.

Mit erheblichen Verlusten in ihrer Hochburg Schottland müsste Labour rechnen. Die Sozialdemokraten kämen auf nur mehr vier der insgesamt 59 schottischen Abgeordneten. 2010 erreichte Labour im nördlichen Landesteil Großbritanniens noch 41 Sitze. Die Liberaldemokraten würden all ihre bisherigen elf Sitze verlieren, die in Schottland traditionell schwachen Konservativen ihren einzigen Sitz.

Weil sich in Schottland SNP und Labour wie kommunizierende Gefäße verhalten, wird es für die oppositionellen Sozialdemokraten schwer werden, nach der Unterhauswahl die konservativ-liberale Regierung von Premier David Cameron abzulösen, auch wenn die Tories Stimmen an die Anti-EU-Partei UKIP verlieren werden.

 

B. T.

 

 

(Bild: scmp.com)