Um umgerechnet 37 Milliarden Euro will Großbritannien seine strategische U-Boot-Flotte erneuern. Dem vorangegangen war eine heftige Debatte im Unterhaus, wobei es zu einem Schlagabtausch zwischen der neuen konservativen Premierministerin Theresa May und dem Chef der oppositionellen Labour Party, Jeremy Corbyn, kam. Das berichtet der „Evening Standard“. Auf die Frage, ob sie bereit wäre, einen Atom-Angriff anzuordnen, der zum Tod von „unschuldigen Männern, Frauen und Kindern führen würde“, antwortete May ohne zu zögern mit „Ja“.

Die Parlamentsdebatte zeigte auch, wie sehr die konservative Regierung in London die Anti-Russland-Strategie der USA mitträgt. „Die Gefahr von Ländern wie Russland und Nordkorea ist sehr real“, behauptete May. Deshalb müsse man „jeden potentiellen Aggressor ständig davon überzeugen, dass der Nutzen eines Angriffs auf Großbritannien von seinen Konsequenzen bei Weitem überwogen wird“. Außerdem müsse das Land „darauf vorbereitet sein, Gefahren für unser Leben und unsere Lebensgrundlagen, und zwar für Generationen, die noch nicht geboren sind, abzuwenden“.

Oppositionsführer Corbyn konterte: „Ich glaube nicht, dass die Drohung mit einem Massenmord ein gerechtfertigter Weg ist, die internationalen Beziehungen zu gestalten.“ Außerdem meinte der Labour-Chef, Großbritannien selbst sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen.

Die beschlossene Modernisierung der britischen U-Flotte, die aus vier U-Booten der Vanguard-Klasse, die mit dem Raketensystem Trident ausgestattet sind, besteht, ist Teil der massiven Aufrüstung der NATO gegen Russland. Auch die USA „modernisieren“ derzeit ihr Atomwaffenarsenal. Dafür sind in den nächsten 30 Jahren insgesamt rund eine Billion Dollar vorgesehen. Und als Vorwand gilt – wenig überraschend – die angeblich von Russland ausgehende Gefahr für den Frieden.

 

[Text: B. T.; Bild: Foreign and Commonwealth Office/wikimedia.org]