Der Rückzug des Favoriten für den Vorsitz der rechtspopulistischen UKIP in Großbritannien, Steven Woolfe, hat die EU-kritische Partei in weitere Turbulenzen gestürzt. Der Europaabgeordnete Woolfe erklärte Mitte Oktober, er verlasse die Partei. Der 49-Jährige war vor einem Monat in ein Straßburger Krankenhaus gebracht worden, nachdem er nach eigener Darstellung von seinem Parteikollegen Mike Hookem niedergeschlagen worden war. Hookem bestreitet diesen Vorwurf.

Woolfe erklärte, er sei zu dem Schluss gekommen, dass die UKIP ohne ihren langjährigen Chef Nigel Farage an der Spitze „nicht regierbar“ sei. Die Partei sei durch interne Machtkämpfe und „Stellvertreterkriege“ zwischen rivalisierenden Lagern zerrissen, außerdem befinde sie sich in einer „Abwärtsspirale“. Nach seiner Genesung wolle er dem EU-Parlament als unabhängiger Abgeordneter angehören.

Der kulturpolitische Sprecher der UKIP, Peter Whittle, rief seine Partei zur Einheit auf. UKIP befinde sich mitnichten in einer „Todesspirale“, versicherte er im Kurznachrichtendienst Twitter. „Wir sind die Partei der Zukunft.“

Woolfe galt als aussichtsreichster Kandidat für den UKIP-Parteivorsitz, nachdem die bisherige UKIP-Chefin Diane James nach nur 18 Tagen von diesem Posten zurückgetreten war. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass ihr „die Autorität und der Rückhalt in der Partei“ fehlten. Ihr Vorgänger Farage hatte den Parteivorsitz nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen abgegeben. Mit der Entscheidung für einen EU-Austrit

 

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[Bild: Euro Realist Newsletter/Flickr]