Die EU hat aus dem Brexit nichts gelernt. Anstatt zu sparen und Aufgaben zu überdenken, will Brüssel die Bürokratie weiter aufblähen. So wird heute, Dienstag, Sozialkommissarin Marianne Thyssen die Pläne für die Errichtung einer „Europäischen Arbeitsbehörde“ (ELA – European Labour Authority) vorstellen. Die neue EU-Agentur soll die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Vorschriften von jenen rund zwölf Millionen Menschen überwachen, die in einem anderen EU-Land arbeiten. Wie Thyssen der „Welt am Sonntag“ sagte, soll die Europäische Arbeitsbehörde „das Leben der Menschen einfacher machen, wenn sie eine neue Arbeit im Ausland beginnen“.

Billig wird die neue EU-Behörde nicht. Im Jahr 2023, wenn sie die volle Größe erreicht hat, wird sie Kosten in Höhe 52 Millionen Euro verursachen. Rund 150 Mitarbeiter sollen für ELA tätig sein. In welchem Mitgliedstaat die Europäische Arbeitsbehörde angesiedelt wird, steht noch nicht fest.

Klar ist hingegen, dass für die EU die neue Behörde ein Mittel ist, um weitere Kompetenzen an sich zu ziehen. So soll laut Medienberichten ELA bei Großprojekten in Grenzregionen zwischen betroffenen Gruppen koordinieren können. Der nächste Schritt wäre nach einigen Jahren, dass die Arbeitsbehörde zwingend tätig sein muss. Zudem zeigt die Errichtung der neuen Behörde, wie sehr Brüssel den nationalen Arbeitsbehörden misstraut und sie anscheinend für unfähig hält, ihre Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/David Sedlecký; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported]