Einen neuen Weg zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung beschreitet die Bürgermeisterin von Calais, Natacha Bouchart. Die Politikerin der Mitte-rechts-Partei Die Republikaner ordnete ein Verbot der systematischen Verteilung von Essen auf dem Gelände des früheren „Dschungels“ an. Der „Dschungel von Calais“ war eine im Oktober 2016 von den französischen Behörden geräumte Zeltstadt, die von bis zu 10.000 illegalen Einwanderern, die weiter nach Großbritannien gelangen wollten, bewohnt war. Für die meisten Bewohner der Stadt an der Kanalküste war der „Dschungel“ natürlich unerträglich. „Wir haben so viel gelitten“, sagt Bouchart.

Der Bürgermeisterin geht es mit ihrem Verbot darum, die Sicherheit zu heben. „Diese Anordnung richtet sich nicht gegen die Verteilung von Essen, sondern gegen Zusammenkünfte, weil diese zu Problemen in Bezug auf Recht und Ordnung sowie zu Sicherheitsproblemen führen“, erklärte Bouchart gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Scharfe Kritik am Stadtoberhaupt von Calais kommt von sogenannten „Hilfsorganisationen“. Das überrascht nicht, denn Boucharts Erlass richtet sich auch gegen die Asylindustrie, die aus der Masseneinwanderung ihre Daseinsberechtigung ableitet. Wenn nämlich das Angebot für illegale Einwanderer – in diesem Fall kostenloses Essen – eingeschränkt wird, dann wird der betreffende Ort für die ungebetenen Gäste weniger attraktiv.

Bezüglich des Verbots wird auch deutlich, wie problematisch manche „Hilfsorganisationen“ aus rechtsstaatlicher Sicht sind. Sie kündigen ganz offen einen Rechtsbruch an. So sagte ein Vertreter von „Utopia56“ der Zeitung „La Voix du Nord“, man werde weiterhin Essen an die illegalen Einwanderer verteilen, und zwar „aus dem einfachen Grund, dass sie hungrig sind“.

 

[Text: B. T.; Bild: VOA- Nicolas Pinault]