In Bulgarien bekämpft nicht nur der Grenzschutz die illegale Einwanderung aus der Türkei, sondern auch normale Bürger, die sich in Bürgerwehren zusammengeschlossen haben. Wird ein Eindringling gesichtet, wird er gefesselt und anschließend den Behörden übergeben. Der Bürgerwehraktivist Dinko Valev erklärt: „Bulgarien braucht Menschen wie mich – stolze Bulgaren, die bereit sind, ihr Heimatland zu verteidigen.“

Westliche Gutmenschen behaupten, die Bürgerwehren seien illegal, weil sie angeblich die „Menschenrechte“ der illegalen Einwanderer verletzten. Auch wird den bulgarischen Patrioten vorgeworfen, sie betrieben eine „Hexenjagd auf Flüchtlinge“. Dass ein illegaler Grenzübertritt ein Gesetzesverstoß ist, wird freilich verschwiegen. Aber die Bulgaren lassen sich von der nun einsetzenden Gutmenschenkampagne gegen die Bürgerwehren nicht beeindrucken. Laut einer Meinungsumfrage des bulgarischen Fernsehsenders fordern 84 Prozent eine staatliche Unterstützung und Anerkennung der Bürgerwehren.

Anfänglich äußerte sich auch der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow positiv gegenüber den Bürgerwehren: „Jegliche Unterstützung für die Polizei, den Grenzschutz und den Staat ist willkommen. Ich habe mich bei ihnen (den Bürgerwehren, Anm.) bedankt und den Direktor der Grenzpolizei angewiesen, sich mit ihnen zu treffen, damit sie Informationen austauschen und sich koordinieren können. Dies ist unser gemeinsames Land. Wir sind jedem Helfer zu Dank verpflichtet.“

Nach heftiger Kritik von sogenannten Menschenrechtsorganisationen macht der Regierungschef jedoch einen Rückzieher. Borissow sagte, er sei „falsch interpretiert“ wurden und erklärte: „Ich bin überzeugt, dass unsere Zivilgesellschaft wachsam sein muss, Informationen austauschen sollte und Verbrechen nicht den Rücken zukehren darf. Keinesfalls sollten dabei jedoch Menschenrechte verletzt werden.“

 

[Text: B. T.; Bild: Edal Антон Лефтеров/Wikimedia.org]