Die Briten haben ihre Handlungsfähigkeit schneller zurückgewonnen, als so manche es für möglich gehalten haben.

Nach der Brexit- Abstimmung hatte Premierminister David Cameron seinen Rücktritt erklärt, aber auch, die offizielle Austrittserklärung seines Landes an die EU nicht selbst übergeben zu wollen, sondern diese historische Handlung seinem Nachfolger bzw. seiner Nachfolgerin überlassen zu wollen. Damit war ein Zeitraum von gut einem Vierteljahr vorgegeben, während dessen das Vereinigte Königreich noch eine Art Zwitterstellung in der EU eingenommen hätte: Immer noch Mitglied, da ein Austritt erst nach einer offiziellen Erklärung möglich ist, andererseits aber von den gemeinsamen Sitzungen der Ratstreffen bereits ausgeschlossen, weil es da um künftige Entscheidungen geht, die die Zeit nach dem Austritt der Briten betreffen.

Die Nachfolge in der Parteiführung der Tories, wie auch in der Downing Street 10 sollte über eine Mitgliederabstimmung der Konservativen erfolgen. Die Zahl der Kandidaten war nach der Absage des Ex-Bürgermeisters von London, Boris Johnson sehr schnell zusammengeschrumpft und endete gestern, nachdem sich auch die Energieministerin Andrea Leadsom aus dem Rennen genommen hatte bei einer alleine verbliebenen Kandidatin, der Innenministerin Theresa May, die umgehend zur Parteiführerin der Tories gekürt wurde

Damit ist die Abstimmung obsolet geworden und Cameron wird schon morgen Königin Elizabeth seinen Rücktritt anbieten und seine Agenden an die neue Premierministerin übergeben.

Diese, selbst keine Austrittsbefürworterin, hat auch schon erklärt „Brexit bleibe Brexit“ und dass sie daraus „einen Erfolg für das Vereinigte Königreich“ machen werde.

Sollte sie ein ähnliches Format haben wie die legendäre Margret Thatcher, mit der sie bereits verglichen wird, können wir getrost davon ausgehen, dass dies auch so sein wird.

 

[Text: W. T.; Bild: ukhomeoffice/wikimedia.org]