Das ist kein verspäteter Faschingsscherz in der Karnevalshochburg Köln. Am 23. April wird der Kölner Bürgermeister den Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, mit dem Konrad-Adenauer-Preis der gleichnamigen CDU-nahen Stiftung auszeichnen. Grund sind die „Verdienste um Frieden und Demokratie“ des ehemaligen Profi-Boxers. Kritik an der Preisverleihung kommt von der Kölner Fraktion der Linkspartei. Diese verweist in einer Stellungnahme darauf, dass Klitschko Kontakte zu Kreisen pflegt, die man in der Bundesrepublik als „rechtsextrem“ bezeichnen würde: „Er hat sich mit Ultranationalisten und Faschisten verbündet und verharmlost dies bis heute.“

Zwischen der Konrad-Adenauer-Stiftung und Klitschkos Partei UDAR (Ukrainische demokratische Allianz für Reformen) bestehen seit Längerem enge Kontakte. Massive Unterstützung für Klitschko und seine Partei gab es insbesondere im Vorfeld und während der antirussischen Maidan-Umsturzbewegung Ende 2013/Anfang 2014. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schrieb dazu im Dezember 2013: „‘Regime Change‘ wäre als Begriff wohl zu hoch gegriffen, aber ein bisschen geht es doch darum: Merkels CDU und die europäische konservative Parteienfamilie EVP haben Klitschko auserkoren, das ukrainische Nein von innen aufzuweichen. Er soll die Opposition einen und anführen, auf der Straße, im Parlament und schließlich bei der Präsidentenwahl 2015.“

 

B. T.

 

 

(Bild: Mstyslav Chernov/wikimedia.org)