Chris Lohner hat ein Problem mit Herbert Kickl, dem fähigsten Innenminister der Nachkriegszeit. Und da Chris Lohner vermutlich aufgrund mangelnden öffentlichen Interesses an ihrer Person weder im Fernsehen noch in seriösen Medien Raum bekommt, hat sie sich einen Facebook-Account zugelegt. Da postet sie nun unentwegt – in fehlerhaftem Deutsch – ihre Meinung, die nur leider kaum jemanden interessiert. Anscheinend nicht mal den Bundespräsidenten.

Hatte sie noch vor einiger Zeit siegessicher verkündet, wegen Kickl um einen Termin bei Alexander Van der Bellen angesucht zu haben – in der felsenfesten Überzeugung auch vorgelassen zu werden – , klingt Lohner mittlerweile schon resignativer: „Ich habe noch keine Antwort aus dem Sekretariat des Bundespräsidenten bezüglich meiner Anfrage um einen Termin. Nicht mal einen Anruf, um mir abzusagen.“ Ach, die Ärmste! Vielleicht kanalisiert sich nun der Hass von Herbert Kickl auf Alexander Van der Bellen, der offenbar die Dreistigkeit besitzt Lohner nicht zum Teekränzchen zu laden.

Chris Lohner will den Bundespräsidenten nämlich auffordern, etwa gegen Herbert Kickl zu tun. Aus welchem Grunde? Keine Ahnung, einfach so. Weil er ihr halt nicht passt. Dass aber in einer Demokratie der Wähler und nicht eine alternde Society-Madame das letzte Wort hat, scheint Chris Lohner entgangen zu sein. Ebenso wie die Tatsache, selbst Herr Van der Bellen besseres zu tun hat, als jemanden aufgrund einer persönlichen FPÖ-Phobie zum Kaffee zu bitten.

Warum gründet Frau Lohner nicht einfach eine Partei und tritt zur Wahl an? Doch sie sei schon im Vorfeld gemahnt: Sollte sich ihr Wählerkreis nicht über die Anhängerzahl ihrer Facebook-Seite hinauserweitern, käme sie irgendwo im Promille-Bereich zu liegen.

Übrigens: Damit Sie auch wissen, um wen es sich eigentlich dreht: Chris Lohner ist jene Dame, deren Stimme von Wien bis Vorarlberg einfahrende Züge ankündigt. Eine verdammt wichtige Person also!

[Text: A.L.; Bild: www.wikipedia.org/Alfred Pertl; Lizenz: CC BY-SA 4.0]